Freitag, 7. September 2012

Naturspektakel, Sterneköche und Thailand.

auf unserem Weg zur Uni
Yassi and Julske are typing ... 

Unsere erste Woche in Finnland neigt sich dem Ende zu und es ist an der Zeit mal wieder was von uns hören zu lassen. Zu erst wollen wir mal mit dem hartnäckigen Gerücht, wir seien in die Dunkelheit geflogen, aufräumen: Momentan ist es hier nämlich noch länger hell als zu Hause bei euch in Deutschland. Dem zweiten Gerücht, dass hier andauernd gefeiert wird, können wir allerdings nichts entgegen setzen. Nachdem wir uns am Wochenende hier fast die Füße wund gelaufen haben, ergatterten wir am Montag endlich unsere Second-Hand-Fahrräder. Aber weit gefehlt, das dies zwingend eine Erleichterung für uns darstellt. Trotz eines ca. 20 cm zu hoch eingestellten Sattels hatte Yasmin nicht das selbe Vergnügen wie die Schauspielerinnen im "Mädchen, Mädchen"-Film, sondern lediglich schier unerträgliche Schmerzen am Folgetag.

Findet ihr uns? :)
Am Montag hat unser Austausch-Studentenleben mit der obligatorischen Einfürungswoche begonnen. Zähfließende Infoveranstaltungen über Studentenwerke, christliche Organisationen an der Uni, dem Rechtswesen in Finnland und Informationen zu den einzelnen Fakultäten ließen schnell unsere Aufmerksamkeit schwinden und gemeinsam mit mindestens einem Drittel der restlichen 200 Austauschstudenten (aus 43 Staaten) mussten wir uns hin und wieder unserer Müdigkeit hingeben. Dies fiel in dem derart großen Vorlesungssaal jedoch nicht weiter auf.

University of Lapland

Organisationstalent Julian

Zur Zeit sind wir gerade dabei unsere Kurse für das kommende Semester zu wählen. Die plötzliche Freiheit, die Kurse so legen zu können wie man Lust und Laune hat stellt uns jedoch tatsächlich vor ungeahnte Schwierigkeiten. Mit soviel Flexibilität muss man erstmal umgehen lernen, nachdem man zwei Jahre in Ravensburg nach einem strikten Vorlesungsplan gelebt hat.



 
Die erste kleine Katastrophe hat sich in dieser Woche bereits bei Julian ereignet: Da es unmöglich war alles was man hier zum Leben braucht in 23 kg Fluggepäck unterzubringen, haben wir beide jeweils zwei Pakete vor unserem Abflug nach Finnland geschickt. Während sich Yasmins Pakete noch auf der Reise befinden, kam Julians erstes Paket bereits am Mittwoch an. Sein Zweites jedoch, hat einen anderen Weg eingeschlagen und befindet sich derzeit irgendwo im Nirgendwo in Thailand. Die Hoffnung die darin befindlichen fünf Paar Schuhe jemals wieder zu sehen schwindet von Tag zu Tag. Man weiß nicht so recht, ob man darüber lachen oder weinen soll ... 
Ein weiterer Grund Tränen zu vergießen, ist die Tatsache, dass sich am Montag Abend eines der schönsten Naturschauspiele, die Finnland zu bieten hat am Himmel Rovaniemis ereignet hat: 15 Minuten lang erstrahlte der Himmel in schillerndem Grün und das Nordlicht ließ die Herzen von 59.998 Einwohnern Rovaniemis höher schlagen. Lediglich uns beiden ist es gelungen dieses unübersehbare Ereignis zu verpassen. Glückwunsch!

Seit zwei Jahren stehen wir in Ravensburg nun auf eigenen Beinen, der Einkauf von Lebensmitteln und Haushaltswaren stellte dabei nie ein Problem dar. Doch versucht mal in einem Land einzukaufen, dessen Sprache keinerlei Ähnlichkeit mit Englisch, Deutsch ... oder auch nur irgendeiner anderen Sprache aufweist. Vollmilch (Täysmaito), festkochende Kartoffeln (Kiinteä peruna) oder einfach nur schlichtes Mehl (Vehnäjauho) - ein Glück, dass es den Google-Übersetzer gibt, auch wenn damit jeder Einkauf doppelt so lang dauert wie in Deutschland. Wenn das Einkaufen dann doch irgendwie geklappt hat und der hungrige Magen sich wie verrückt auf selbstgemachte Pfannkuchen freut, steht man schnell vor dem alltäglichen Problem, dass wir nur im Besitz von 5 Tellern, vier Gläsern, zwei Tassen, einer Salatschüssel, zwei Müslischalen, einer Pfanne, einem Topf, vier Gabeln, vier Messern und zwei Löffeln sind. Challenge accepted! Und sie waren köstlich.

Einkaufen auf Finnisch
ein Experiment
mmmh... lecker :)













Aaha, SO feiert man also in Finnland?!
Heute ist Freitag (nicht, dass der Wochentag eine Rolle spielt) und der Wodka ist bereits im Kühlschrank und gleich dann auch in unseren Gläsern.

Prost, Kippis und zum Wohl!









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